Tech: Oberheim OB-Xa Problemfelder

Langzeitprobleme

Es dürfte aktuell recht schwierig sein, einen OB-Xa zu finden, der noch im (unveränderten) Originalzustand ist und mängelfrei funktioniert. Selbst gute Nutzungs- und Lagerbedingungen können nicht gänzlich verhindern, dass es nach fast 40 Jahren zu grundsätzlichen technischen Problemen kommen kann. Die Bandbreite ist je nach Historie des Instrumentes sehr groß.

Steckplatz Voice-Karte

Die Fertigungsqualität über die Produktionszeit erscheint sehr unterschiedlich. Dies betrifft insbesondere die Elektronik, also Platinen und Bestückung. Hier sind sicherlich einige Grundlagen gelegt worden, die nun nach knapp 4 Jahrzehnten vordergründig werden. Eine fachmännische Reinigung und Neuverlötung kann manchmal helfen, ist aber sicher sehr aufwendig. Dies ist kein exklusives Problem des OB-Xa, sondern betrifft auch viele andere Synths aus den 70/80er Jahre.

Im OB-Xa sind einige bedenkliche Bauteile verwendet worden, die heute richtig Probleme machen können, je nach Umwelteinfluss und Pflege. Dazu gehören an erster Stelle die verwendeten Platinen-Steckverbinder, die hinsichtlich Größe und Spannungsfestigkeit für Baukräne o.ä. sicher bestens geeignet sind. Nicht aber für Instrumente bei denen Schwankungen im Millivolt-Bereich audio-relevant sind. Auch hier entscheiden langjährige Umwelteinflüsse über die Degradierung. Das Kontaktmaterial oxydiert oder kann durch falsche Reinigung dauerhaft zerstört werden.

Schrott – Top

Die Ausstattung der verwendeten ICs (Integrierte Schaltungen) mit Stecksockel ist zugleich Fluch und Segen und ist auch nicht in allen OB-Xa gleich. Die Fehlersuche wird ggf. deutlich einfacher, defekte Bauteile können direkt ausgetauscht werden. Leider sind die verwendeten Sockel von teils bescheidener Qualität und können zu Problemen führen.

Alterung von Kondensatoren ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Ein pauschaler Austausch von Kondensatoren („re-capping“) wird oftmals als globale Problemlösung dargestellt. Besonders Elektrolyt- und Tantal-Kondensatoren werden als Fehlerquelle beschrieben. Richtig ist, dass Elkos nach gewissen Betriebsstunden und insbesondere Temperatureinwirkungen an Kapazität verlieren können. Die Hersteller sprechen von einigen Tausend Stunden, je nach Qualität.
Tantal-Elkos aus den 70er/80er Jahren können im seltenen Einzelfall drastische Probleme verursachen. Bei Überspannung (nur geringe Toleranz) rauchen sie recht dramatisch ab oder verursachen Quasi-Kurzschlüsse.

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