Tech: EEH Banana Tuning

EEH Banana Hauptplatine

Das Foto oben zeigt die Hauptplatine des Banana mit der Prozessorumgebung, den 6 Voicekarten und der S&H -Platine dahinter. Hier sind alle relevanten TrimPots für ein Setup erreichbar. Hier zeigt sich nun auch, dass bei der Produktion kräftig gespart wurde. Die Platinen sind einseitig ohne Durchkontaktierungen, was eine Menge an Drahtbrücken zur Folge hat. Es gibt auch keinen Bestückungsdruck oder sonstige Kennzeichnungen für Bauelemente. Vorsicht ist auch bei der Orientierung der ICs angeraten, da geht es schon mal wild in alle Richtungen und das Ganze wird zum Ratespiel für stressresistente Techniker.


Der Banana hat einige Eigenarten, die insbesondere beim Tuning berücksichtigt werden müssen. Die Skalierung der Front-Potis ist teilweise nicht optimal. Editiert man einen Patch, dauert es sehr lange, bis das System auf eine Werteänderung reagiert. Das ist nicht mehr bühnentauglich weil es zu massiven Parametersprüngen führt. Die Regler für die Tonhöhe der VCOs sind nicht oktavgerastert, offensichtlich gibt es auch keine Mittelstellung für das Fine-Tuning oder das Gesamt-Tuning. Ich hatte den Eindruck, dass Auto-Tune alles auf links-Anschlag regelt, was die Sache nicht einfacher macht.

EEH Banana AutoTune abschalten

Der Banana verfügt über ein Auto-Tune mit automatischer Abschaltung von Voicekarten.
Nach dem Einschalten des Banana erfolgt automatisch ein Tuning der VCOs, bei Fehlern werden die entsprechenden Voices abgeschaltet. Dieses Verhalten kann unterdrückt werden. Wie oben erkennbar, befinden sich links neben dem großen IC zwei Lötösen. Werden die Ösen beim Einschalten kurzgeschlossen (3-4 Sek. reichen aus), erfolgt kein Auto-Tune und ALLE VCOs laufen ohne Frequenzkompensation. Dies kann notwendig sein, um einen völlig schieflaufenden VCO für das Auto-Tune wieder einzufangen.


Nachfolgend ein Lageplan für die TrimPots einer einzelnen Voicekarte:

EEH Banana Voice-Card Reglerpositionen

Das Tunen eines Banana fand ich bislang recht schwierig, insbesondere, wenn die VCOs zunächst deutlich „out-of-tune“ sind. Die Werte für SCALE und INIT der VCOs beeinflussen sich gegenseitig. Ähnlich wie beim MemoryMoog kommt man mit etwas over-scaling einigermaßen klar. Dabei sollten die Einstellungen der TimPots etwas über den optimalen Punkt justiert werden, die Werte laufen dann aufeinander zu.
Bei den Filtereinstellungen ist mir aufgefallen, dass offensichtlich permanent eine Key-CV auf die Eck-Frequenz des Filters läuft (im Schaltplan bestätigt gefunden).


Auch für den Banana gelten die üblichen Empfehlungen für Synthesizer dieser Ära:
Erneuerung von Elkos, evtl. Tantals und TrimPots (Tausch gegen neue Cermet-Typen) bewirken Wunder. Auch die Tastatur kann wieder frisch gemacht werden. Weitergehende generelle Informationen sind in den Artikeln zum Oberheim OB-Xa zu finden.
Fazit: Sind alle Probleme gelöst, überzeugt der Banana mit einem überaus guten Sound, der durch den SSM-Filter wohltuend vom klassischen Oberheim-Sound differenzierbar ist.

Das könnte Dich auch interessieren …