Oberheim OB-Xa Modellentwicklung

Einordnung des Oberheim OB-Xa in die Reihe der Oberheim Modellentwicklung, Informationen zu weiteren Oberheim Modellen

Oberheim SEM (1974)

Synthesizer-Expander-Modul   Ausgangspunkt der hier für den OB-Xa beschriebenen Modellentwicklungen ist das Oberheim SEM. In den 70er Jahren war es als Ergänzungs-Modul gedacht. Die SEMs in klassisch analoger Struktur waren elektronisch noch weitgehend diskret aufgebaut. Systeme mit CPUs und Speicher gab es noch nicht. SEMs haben einen typischen Sound, der oft als brachial bezeichnet wird.

Vergleich SEM –  OB-1 →

Oberheim TVS-1

Two-Voice-Synthesizer   In der Folge entstanden durch Verwendung mehrerer (bis zu 8) SEMs mehrstimmige Synthesizer. Zum Teil mit Mini-Sequenzer (2×8 Steps) und Programmer. Der Umgang mit diesen Instrumenten war und ist nicht immer einfach. Insbesondere die 4- oder 8-stimmigen Modelle erfordern einen erheblichen Aufwand an Justage. So etwas wie „Total Recall“ der Parameter war noch nicht möglich.

Oberheim FVS-1

Four-Voice-Synthesizer   Spezialisierte Prozessoren oder Chipsätze gab es noch nicht. Oberheim folgte dem Konzept der spannungsgesteuerten analogen Funktionsblöcke und entwickelte die Grundlagen für die später folgende digitale Steuerung. Der 4-Voice enthielt, je nach Ausbaustufe, einen Programmer. Damit konnte ein Teil der Einstellungen gespeichert werden. Eine Komplett-Speicherung, wie heute üblich, gab es allerdings noch nicht.

Oberheim OB-1

1977 oder 1978, die Fachleute streiten sich, erschien der monophone OB-1 am Markt. Obwohl er über Speicher und einen überragenden Lead-Sound verfügt, geriet er in den Strudel der nachfolgenden Ereignisse und blieb weitgehend unbeachtet. Mit ihm gelang jedoch der technische Übergang von den SEMs hin zur Oberheim OB-Serie.

Vergleich SEM –  OB-1 →

Evolutionsschub

Der SCI Prophet 5 hatte zu der Zeit eine ähnliche Wirkung wie Jahre später der Yamaha DX7.

Ein Prozessor und Speichertechnologie für komplette und dauerhafte Speicherung von Parametern. Dazu fünfstimmige Polyphonie und ein wegweisendes User-Interface. Der P5 eröffnete eine neue Leistungsklasse.

Oberheim OB-X

Oberheim OB-X Synthesizer

(1979-1981) Der OB-X konnte den Erfolg des Prophet nicht mehr relativieren. Er war insofern Wegbereiter für den nachfolgenden OB-Xa. Allerdings darf der X als Instrument nicht unterschätzt werden.

Sein Klang wird primär von den Grundkurven der VCOs und den 12-dB-Filtern bestimmt. Es bestehen nur einfache Möglichkeiten der Modulation. Auch wenn jetzt Ernüchterung aufkommt, der Sound ist in weiten Bereichen wirklich außergewöhnlich gut.

Oberheim OB-X Artikel-Serie →

Oberheim OB-Xa

Oberheim OB-Xa Synthesizer

(1981/1982) Der Xa führt das durch den OB-X angefangene Konzept weiter. Viele Kernfunktionen sind nun mit CEM-Spezial-Bausteinen realisiert. Eine Speicherung von 32 (später 120) Patches ist möglich. Neben vielen Neuerungen gegenüber dem OB-X sind nun auch Split- und Layer-Sounds realisierbar. Der Sound ist überragend.

Oberheim OB-SX

Der OB-SX kam etwa 1981/1982 auf den Markt, er galt schnell als abgespeckte Preset-Version des hochpreisigen OB-Xa. Das Gerät hat bis zu 56 Presets. Diese können in einigen Parametern geändert aber nicht gespeichert werden. Sound und Technik tendieren eindeutig in Richtung OB-Xa.  

Vergleich SX > X > Xa→

Oberheim OB-8

(1982-1984) Mehr Firmware – weniger Hardware. Mehr Präzision, Features, Stabilität. Weniger Gewicht. Er verfügt über einen Page-2-Modus mit einer Vielzahl an zusätzlichen Möglichkeiten.

Kennt man das Innere eines OB-Xa, fährt einem beim Öffnen eines OB-8 der Schrecken in die Glieder. Es drängt sich der Eindruck auf, die Elektronik sei nicht vollständig. Tatsächlich wurden viele Funktionen in die Firmware (Software) verlagert.

This is the end my friend

Ob der OB-8 schon beim Erscheinen als letztes Glied der OB-Reihe vorgesehen war ist hier nicht bekannt, die Nachfolger der Matrix-Reihe waren aber sicher schon in der Planung. Es gibt eine seit vielen Jahren andauernde Debatte zum Vergleich von OB-X  / OB-Xa  /  OB-8. Rein technisch gibt es klare Differenzen in den sound-relevanten Bauteilen, dies ist im direkten Vergleich auch hörbar. Der OB-X ist dabei klarer zu differenzieren, OB-Xa und OB-8 liegen wohl näher beieinander. Die Debatte darüber ist eigentlich nie beendet worden.

Die nachfolgenden Betrachtungen sind mehr technischer Natur, Sounds sind immer eine persönliche Sache. Einige (nicht alle) technischen Unterschiede ergeben sich aus der einfachen Vergleichstabelle und den Folge-Artikeln.

Next Generation Matrix

Matrix 1000   Der Vollständigkeit halber noch (einer) der Nachfolger in der Oberheim-Evolution. Zeitgemäß mit Midi und im kompakten Rack-Gehäuse. Die Voice-Funktionen der 6 Stimmen befinden sich in jeweils einem Chip (CEM3396). Das Modul ist recht gängig und ist (war mal) vergleichsweise preiswert. Die Sounds werden allgemein als erstaunlich gut beschrieben.

Spätfolgen und Querulanten (OB-X8 und UB-Xa)

Oberheim OB-X8 Synthesizer
Behringer UB-Xa Synthesizer