Dynacord Rhythmstick
 Allgemeines >       Home   Übersicht   Schaltfolie   Modifikation     Kontakt    
Übersicht  

Spaß muss sein, dachte ich mir als Keyboarder mit Hang zur Percussion, als ich mich für den Rhythmstick inte-ressierte. Ich kannte das Teil noch aus meiner Zeit als Mixer-Mann in einer Top40-Band, wo es der Frontmann häufiger benutzt hat. Es handelt sich um einen reinen Controller ohne eigene Klangerzeugung, den man wie eine Gi-tarre umhängen kann. Am Hals des Ge-rätes befinden sich 8 Schalter, mit de-nen man den Soundkanal wählt, ge-triggert wird durch Schlag auf zwei Gummi-Flächen, die man mit Daumen (seitlich) und Zeigefinger (von unten) bedient. Der Korpus ist aus Kunststoff und sehr leicht, ohne jedoch zerbrech-lich zu wirken. Zum Stick gehört ein separates Netzteil mit Interface, dass über ein 8 Meter langes Kabel ange-schlossen wird.

Insgesamt wirkt das Ganze sehr robust und professionell. Die erste Version des Stick kam noch ohne Midi mit 8 Trig-ger-Ausgängen. Die zweite und letzte Version hatte Midi und Trigger-Aus-gänge.

Der Hersteller, die deutsche Firma Dynacord, adressierte den Stick 1986 an Schlagzeuger, die damit die hausei-genen Produkte wie z.B. den Percuter, ein Digital-Schlagzeug, ansteuern soll-ten. Dies führte nicht zu der ge-wünschten Akzeptanz. Soweit mir be-kannt, wurden nur geringe Stückzah-len produziert.
Der Stick ist extrem selten und ich habe ihn sonst noch nie auf einer Bühne gesehen.


Dynacord Rhythmstick Midi, Netzteil/Interface

Bedienung  

Ich habe hier die Midi-Version vorlie-gen, die einige Möglichkeiten der Pro-grammierung bietet. Die 8 Kanal-Schal-ter können beliebigen Note-On-Num-mern zugewiesen werden, 10 indivi-duelle Setup-Einstellungen sind spei-cherbar. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Setup-Presets, die schon passend für damals gängige E-Drums und Drumcomputer eingestellt sind.
Weitere Parameter wie Anschlagdyna-mik oder Midi-Kanal sind zwar einstell-bar, können aber nicht dauerhaft ge-speichert werden, was für mich un-verständlich ist.
Sehr schön ist die Möglichkeit, mehrere Spiel-Modi zu wählen, die sich auf das Trigger-Verhalten der Kanalschalter und Schlagflächen auswirken. Ich be-vorzuge die Variante, bei der auch beim Druck auf einen Kanalschalter direkt getriggert wird, zusätzlich kann man dann noch die Schlagflächen be-nutzen, wodurch ein sehr schnelles Spiel möglich wird.

Ich habe den Stick an einem Simmons SDS V mit Midi getestet, was einwand-frei funktionierte. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass auch zur Bedienung des Stick Übung erforderlich ist, um flüssig und dynamisch zu spie-len. Damit das Spielen ergonomisch optimal möglich ist, muss der Stick, ähnlich einem Slap-Bass, relativ kurz an den Schultergurt gehängt werden.
Der Spaß-Faktor ist extrem hoch und der Stick als Stilmittel für die Bühne bestens geeignet, man muss ja nicht nur Drum-Sounds spielen. Für mich insgesamt ein sehr schöner Midi-Controller, sicher und ausdrücklich nicht nur für Schlagzeuger, auch wenn 8 Trigger mit bedingter Dynamik die Ausdrucksmöglichkeiten einschränken.
Leider werden Controller dieser Art mitunter als Spielzeug abgetan. Das sagen aber nur die, die selbst keinen haben und auf Stahlsaiten als Klang-quelle beschränkt bleiben wollen.


Bedienungs-Panel

© 2007 BiAge  - alle Rechte vorbehalten - unter Anerkennung der Marken und Warenzeichen der jeweiligen Hersteller