Tech: Oberheim OB-Xa Midi

Der OB-Xa gelangte zu einem Zeitpunkt auf den Markt, als Midi im Sinne eines herstellerübergreifenden Protokolls noch nicht realisiert war. Immerhin verfügt der Xa über ein Computerinterface zur Verbindung mit einem digitalen Sequencer, dem Oberheim DSX. Mit dem Entstehen erster midi-fähiger Synthesizer entstand sehr schnell ein Bedarf an Midi-Nachrüstungen. Von Oberheim wurde eine hauseigene Nachrüstung für den Xa jedoch nie angeboten. Insofern ergaben sich alsbald Produkte von Drittanbietern, die teilweise noch aktuell erhältlich sind.
J.L. Cooper Midi. Das Interface (die helle Platine) befand sich in einem Xa aus früher Fertigung. Die Fähigkeiten sind rudimentär und beschränken sich auf Programm-Wahl und Note-On/Off. Der Midi-Kanal wird manuell auf der Platine eingestellt. Das Interface benötigt eine angepasste Firmware. Der Einbau ist vergleichsweise einfach. Das Foto zeigt zudem das Kabelgewirr, weil auch noch eine Speichererweiterung eingebaut ist.


Das obige Foto zeigt ein frühes Kenton-Midi, bestehend aus 2 Platinen. Die Hauptplatine rechts ist baugleich für OB-Xa und OB-8, die kleine Platine links ist speziell für den Xa. Erkennbar ist auch die eigene Stromversorgung mit einem kleinen Trafo. Dies entspricht nicht (!) dem aktuell noch im Verkauf befindlichen Produkt. Die Bauart ist weitgehend autark mit eigener CPU. Keyboard-Signale und Patch-Taster werden eingekoppelt. Über die kleine Platine werden analoge Steuerspannungen direkt in den Xa eingespeist. Die aktuellen Leistungsinhalte sind über die Produkt-Page bei Kenton in England zu ermitteln. Der Einbau ist eindeutig an Fachleute adressiert.

Quelle: kentonuk.com

Produktfoto 2018


Interface von Lintronics, dem Label nach von 1992. Obwohl mir der kompakte Midi-Zusatz schon häufiger begegnet ist, kann ich nichts zu Leistungsmerkmalen berichten, an aktuelle Produkte reicht es aber sicher nicht heran.


Midi-Kits von Encore Electronics gibt es schon seit vielen Jahren, das Kit für den OB-Xa ist mehrfach neu aufgelegt und verbessert worden. Das Kit ersetzt den Bereich um CPU und Speicher und besitzt eine eigene, erweiterte Firmware. Die Midi-Steuerung erfolgt komplett auf Ebene der CPU, eine Einspeisung von analogen Steuerspannungen erfolgt nicht. Inzwischen ist eine fast komplette Steuerung des Xa auf Midi-Ebene möglich. Encore bringt mit dem Midi-Interface gleich noch einige Beigaben mit. Alte und anfällige Speicher-eProms mit der Original-Firmware des Xa können entfernt werden. Es findet ein Update auf den Stand der letzten Xa-Firmware und den maximaler Speicherausbau (120) statt. Lithium-Batterie und spezielle Arbeitsspeicher des Xa werden überflüssig. Sehr einfach können die original Factory-Patches geladen werden, sie sind im Kit enthalten. Neue Firmware-Versionen können per Flash vom Anwender selbst aufgespielt werden.
Das Kit ist als aktuelles Produkt bei encoreelectronics.com in USA gelistet. Dort sind auch alle Details und Leistungen nachzulesen. In den letzten Jahren hat es gelegentlich mal Lieferengpässe gegeben.


Aktuell seriös zu kaufen sind die Kits von Kenton und Encore. Es gibt weitere Anbieter, deren Produkte kenne ich persönlich jedoch (noch) nicht.
Der Einbau ist nicht so einfach, wie er gerne beschrieben wird. Zumeist müssen auf den Xa-Control-Boards einzelne ICs entfernt werden. Hat man eine Xa-Produktion ohne durchgängige Sockelung der ICs, müssen Teile ausgelötet werden. Ebenfalls notwendig sind Metallarbeiten am Gehäuse für die Midi-Buchsen.
Der Einbau des Encore-Kits erscheint mir etwas einfacher, bringt zumindest derzeit den größten Funktionszugewinn und macht einige Alt-Komponenten überflüssig. Der Preis ist auch akzeptabel.
Ich weise jedoch ausdrücklich auf die technischen Hinweise auf der Encore-Seite hin. Dort wird von gelegentlichen Timing-Problemen berichtet, die ich persönlich bestätigen kann.

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