Tech: Oberheim OB-Xa Keyboard

Der OB-Xa hat 5-Oktaven-Tastatur des Herstellers Pratt-Read mit Drahtkontakten und Anschlagsdämpfungen aus Gummi. Der Hersteller ist nicht mehr am Markt, neue Tastaturen oder Original-Ersatzteile sind nicht mehr erhältlich. Die Tastatur ist an und für sich gut spielbar und findet sich in vielen Keyboards der 70er und 80er Jahre.
Nach mehreren Jahrzehnten sind Probleme mit den Tasten nicht selten. Nur gepflegter Umgang und optimale Umwelteinwirkungen können über Jahrzehnte bewirken, dass eine Xa-Tastatur nicht überholungsbedürftig wird. Im Grunde gibt es folgende Problembereiche :


Wenn beim Druck einer bestimmten Taste kein Ton getriggert wird, ist wahrscheinlich der zugehörige Drahtkontakt gebrochen oder in seltenen Fällen verbogen. Findet man das abgebrochene Stück, reicht zumeist ein Anlöten und anschließend ein wenig Justage. Ein Ersatz wäre auch einfach, sofern man was passendes findet. Auf dem Bild ist erkennbar, dass die Kontakte einseitig mit Heißkleber fixiert wurden, was hier sicher falsch ist.


Quelle: VintageVibe

Klappernde oder klebrig wirkende Tasten sind das Ergebnis von verbrauchten Gummidämpfern. Das Gummi trocknet über die Jahre aus, die Puffer werden bröselig und lösen sich komplett auf. Dieser Prozess bewirkt auch die Höhenunterschiede am oberen Tastenanschlag.
Wer ansonsten mit der Tastatur zufrieden ist, kann die Puffer austauschen. Das macht nur Sinn, wenn alle Puffer ausgetauscht werden. Aktuell gibt es noch Bezugsquellen in den USA (suche „key bushings„). Die Reparatur ist zeitaufwändig und kann schnell mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Da die Tastatur komplett demontiert wird, sollte man bei der Gelegenheit auch die Anschläge richten und die Tasten mal richtig reinigen. Das Feeling ist danach wieder richtig neuwertig und wertet den Xa auch insgesamt auf.


Mechanisch beschädigte Tasten lassen sich kleben, sofern man das Bruchstück noch komplett hat. Ansonsten findet man Einzeltasten zumeist auch in den bekannten Internet-Basaren zu weit überhöhten Preisen.


Fatar TP9S

Für anspruchsvolle Spezialisten ist auch ein Komplettaustausch der Tastatur gegen eine aktuelle Produktion möglich. Dies ist sicher die teuerste (und beste) Variante. Die im Xa verwendete Art des Keyboard-Scannings wird unverändert auch heute noch benutzt. Insofern können neue Tastaturen und deren Matrixen relativ einfach angepasst werden. Dazu bedarf es eines passiven Kabeladapters und einiger mechanischer Anpassungen. Mein Favourit ist die Fatar TP9 S, die in vielen aktuellen Geräten zu finden ist. Die TP9 S gibt es als Standard-Synthesizer-Tastatur mit Gummi-Kontakten, optional auch leicht gewichtet (top!). Leider ist ein direkter Bezug bei Fatar für Endkunden nicht möglich. Der Vertriebskanal über Dritte (als Ersatzteil) macht die Tastatur offensichtlich recht teuer.


Nachfolgend die Beschreibung des Kabeladapters zum Anschluss der Fatar TP9S an den OB-Xa.
C1 und C2 befinden sich auf der Unterseite der Fatar-Tastatur.
F ist der Tastaturanschluss auf dem Lower Controlboard.

Die Anschlüsse C1 und C2 auf den Fatar-Kontaktplatinen müssen zum Sockel F auf dem Lower Controlboard des Xa durchverbunden werden. Achtung! Die Fatar-Anschlüsse (Micro-Match) haben eine unübliche Pin-Nummerierung. Die Fatar-Tastatur ist kein 1:1 Replacement. Für die Befestigung in der Bodenwanne des Xa ist Geschick erforderlich. Im Regelfall müssen neue Befestigungslöcher gebohrt werden. Die Modulations-Sektion links neben der Tastatur muss u.U. geringfügig nach links versetzt werden, es reicht aus, die Befestigungslöcher um ca. 1 mm aufzubohren.


Hinweis: Die TP9S gibt es auch mit einem Pressure-Sensor (After-Touch). Für ambitionierte Spezialisten dürfte es keine Herausforderung sein, daraus eine Steuerspannung zu gewinnen. Ein paar Modulations-Ziele fallen mir spontan ein …


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