Info: Oberheim OB-Xa Wartung

Der Titel The dark side of the Xa könnte passend für die nachfolgenden Artikel sein. Diese dunkle Seite gibt es tatsächlich und diese OB-Xa von leidenden Besitzern erkennt man daran, dass die Verschraubungen des Gehäusedeckels dauerhaft fehlen. Man muss ohnehin ständig an die Innereien. Ein befreundeter Xa-User schaltet in Produktionsphasen sein Gerät gar nicht mehr ab. Aus Sorge, ein erneutes Einschalten könnte zu Problemen führen.

Es gibt sie aber, die fehlerfreien, zuverlässigen, wohlklingenden OB-Xa. Bewusstmachung ist der erste Schritt zur Problemlösung. Nach mehreren Jahrzehnten ist der Xa elektronisch ein End-of-Life-Gerät. Da darf auch mal was kaputt gehen. Fest steht auch, dass es eine gewaltige Qualitätsstreuung in der Produktion gegeben hat, da wurden Mängel bereits mit auf den Weg gegeben. Fest steht ebenfalls, dass die nötige Bauteilequalität bei einem derart hochpreisigen Produkt nicht immer erreicht wurde. Fest steht weiterhin, dass es so etwas wie Verschleiß durch langjährige (intensive) Nutzung gibt.

Der OB-Xa lebt von einem gewissen Präzisionsmangel der den Sound ausmacht.

Wartung – Prävention – Reparatur
Der Xa ist bekannt für Reparaturanfälligkeit und der damit verbundenen Unzuverlässigkeit. Hausgemachte Ursachen sind Fertigungsmängel und Layout-Probleme durch ungeeignete Bauteile. Die Geräte sind nun bald 40 Jahre alt und wurden dabei unterschiedlichsten Umwelteinflüssen ausgesetzt, harter Road-Alltag oder liebloser Umgang haben auch Spuren hinterlassen. Bitte bedenken, dass es nicht „den“ OB-Xa gibt.

Wartung Es gibt wohl nicht viel was man als „Nichttechniker“ an einem OB-Xa warten kann. An erster Stelle steht ein vernünftiger Umgang mit dem Instrument und das, was man gemeinhin als Pflege bezeichnen kann. Eine fachlich orientierte Zurückhaltung bei Eingriffen in die Technik ist sinnvoll, um Sekundärschäden zu vermeiden. Trotzdem kann es natürlich zu Schwierigkeiten kommen, ohne dass ein Defekt vorliegt. Ein gelegentliches Tuning der VCOs erscheint obligatorisch. Allein dafür sind 120 Trim-Pots abzustimmen.

Prävention Zukünftige Probleme können tatsächlich reduziert werden, sind aber vom aktuellen Zustand abhängig. Einige Beispiele:
Erneuerung von Trimm-Potentiometern, insbesondere in der Mod-Sektion und auf den Voicekarten. Erneuerung der Lithium-Zelle, ggf. Einbau eines modernen Midi-Retrofit.
Überarbeitung der Tastatur mit neuen Key-Bushings. Erneuerung ausgewählter Steckverbinder, Elektrolyt-Kondensatoren und Tantals.

Reparatur Der OB-Xa ist tatsächlich reparatur-freundlich, alles ist schnell erreicht und in den meisten Xa sind z.B. die ICs gesockelt. Eine sehr große Hilfe bei der Fehlersuche. Dies führt aber offensichtlich dazu, dass (mitunter) recht unbedarft an der Elektronik manipuliert wird. Die Streuung ist dabei enorm. Es gibt Xas in nahezu makellosem Zustand, aber auch Schrottkisten aus dem feuchten Keller. Letztere sind zwar „fehlerfrei“ zu reparieren, aber die Dinger laufen so ungenau im Tuning, dass sie musikalisch nur noch eingeschränkt zu gebrauchen sind.

Zu allen oben aufgeführten Handlungsfeldern gibt es technische Beiträge (Tech:) mit weiterführenden Informationen.

Es kommt die unvermeidliche Warnung:
Ein OB-Xa ist kein Bastelprojekt. Ein ernsthafter Umgang erfordert mehr als nur technische oder handwerkliche Grundkenntnisse. Sekundärschäden durch verunglückte Lötexperimente sind mitunter ein ernsthaftes Problem, ebenso wie Modifizierungsversuche.

Das könnte Dich auch interessieren …