Korg Sigma
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Monophoner Synthesizer mit subtraktiver Synthese,
2 VCO, 20 Basis-Presets,
reichliche Modulationsmöglichkeiten,
Aftertouch

Immer verkannt als Bass-Synthesizer für Tanz-Musik und eher verglichen mit einer Bontempi-Orgel, ist der Sigma ein typisches Opfer seiner Zeit. Dieses Gerät mit einem anderen Layout und Drehreglern statt Schaltern wie für Grobmotoriker, hätte Ende der 70er der Knaller werden können. Am Sound lag es jedenfalls nicht. Ich finde den Sigma so erfrischend anders, dass ich ihm hier ein großformatiges Bild und ein paar Original-Texte spendiere. Es macht einfach Spaß, sich an diesem Synth gehen zu lassen.

Presets  

Der Sigma ist ein monophoner Preset-Synthesizer. Die Klangerzeugung ist in zwei Sektionen geteilt. Einmal gibt es vorgegebene "Instrumente" mit klas-sischen Bezeichnungen wie Tuba, Trompete oder Violine. Der andere Teil erinnert mehr an konventionelle Syn-these und erlaubt die Auswahl ver-schiedener Kurvenformen und Fußla-gen. Die klanglichen Ergebnisse dieser beiden Sektionen können beliebig ge-mischt werden.

Die "Presets" werden über große Schaltwippen angewählt. Und das nicht nur einzeln, sondern in jeder be-liebigen Kombination gleichzeitig. Zu jedem Preset gibt es einen Regler, mit dem ein einzelner vorgegebener Para-meter individuell geändert werden kann. Die Auswahl der Parameter halte ich für sehr gelungen, sie ermöglichen ein breites Spektrum an Änderungen. Insgesamt entsteht so eine Edit-Kapa-zität, die nicht zu verachten ist.


Original-Text aus dem User-Manual.

Stärken und Sound

Die Stärke des Sigma fin-det sich dann jedoch in einer reich-haltigen Ausstattung an Performance-Mitteln, die zusätzlich noch benutzt werden können, u.a. zwei Joy-Sticks, mit denen umfassende Modulationen möglich sind. Die Tastatur verfügt über eine After-Touch-Funktion, was für damalige Verhältnisse eine kleine Revo-lution war.
Die klangverändernden Möglichkeit sind beeindruckend, selbst ein Ringmodu-lator ist vorhanden. Die Einstellungen können natürlich nicht gespeichert werden. Der Sound ist einfach klasse und degradiert die Nachfolger wie MS10 oder MS20 zu billigen Piepkisten.
Der Sigma ist einer der wenigen Synths, die sich sehr gut mit Gitarren-effekten verstehen, ein Hauch von Distortion macht den Sound noch heftiger. Spätestens jetzt wird deut-lich, dass ein Vergleich mit dem Sound der Korg MS-Serie wirklich nicht nahe liegt.

Der kommerzielle Misserfolg wurde meiner Meinung nach schon vor der Markteinführung besiegelt, weil die Konstrukteure mit ihrer Entscheidung für dieses gediegene optische Layout den Weg zu Rock- und Popmusikern vernagelt hatten. Trotzdem erschlos-sen sich einige bekannte und mutige Musikergrößen das Potenzial des Sigma, u.a. Keith Emerson und J.M.Jarre.
Aus heutiger Sicht (ich muss mich zur Objektivität zwingen ...) ist das "User-Interface" dieses Synthesizers einfach misslungen. Offensichtlich reichte der überzeugende Sound nicht aus, diesen Mangel auszugleichen.

Insoweit wird der Sigma wohl auch in Zukunft sein Potenzial zur Bewusst-seinsspaltung behalten. Entweder man liebt in oder findet ihn scheußlich; und das im täglichen Wechsel.

Interfaces  

Der Sigma lässt sich recht gut über einen Midi-Converter spielen, benötigt allerdings die seltene Umsetzung nach Hz/Volt, auch das Trigger-Signal ist umgekehrt. Technisch bedingt ist die Auflösung nach unten hin bei Hz/Volt schlechter als bei der üblichen Volt/Oktav Umsetzung.

Ich betreibe den Sigma an einem Kenton Pro Solo Midi-Converter, Pro-bleme habe ich nicht festgestellt. Man sollte allerdings bedenken, dass bei einer Fernsteuerung über Midi die reichhaltigen Performance-Möglichkei-ten nur bedingt einsetzbar sind.


Interface-Möglichkeiten

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