Midi - Pedal
 Allgemeines >       Home   Übersicht     Kontakt    
Übersicht  

So ein Fußpedal erinnert immer noch irgendwie an Sakralorgeln. Ich muss zugeben, dass ich diese Kirchenorga-nisten beneide, wenn sie virtuos mit Händen und Füßen über die Tasten eilen.
Ich war neugierig, was man mit so einem Gerät anfangen kann. Ende 2005 habe ich dann ein "Schepers Bass-board" mit Midi ersteigert. Der Vorbe-sitzer hatte auf einige technische Pro-bleme hingewiesen, was die Anzahl der Bieter und letztendlich den Preis wohl niedrig hielt. Meine üblichen Recher-chen im Internet liefen ins Leere, über den Hersteller war so gut wie nichts zu erfahren. Nach Angaben des Verkäu-fers sollte das Pedal neben einem Midi-Interface auch über eine eigene Klang-erzeugung verfügen.
Wie immer habe ich das Gerät gleich nach dem Empfang geöffnet und un-tersucht. Was ich dann zu sehen be-kam, war so heftig, dass ich zugun-sten des Herstellers nur hoffen kann, dass dieses Gerät niemals so aus-geliefert wurde.

Das Ganze wirkte wie ein verun-glücktes Do-It-Yourself-Projekt. Dass, was beeindruckte, war die Menge an Heißkleber, um die Bauteile zusammen zu halten. Wenn man bedenkt, dass ein internes Netzteil mit Verbindung zum 220V-Stromnetz eingebaut war, wird mir jetzt noch mulmig. Offen-sichtlich war ich darüber so geschockt, dass ich vergaß, einige Fotos zu machen.
Ich habe mir dann nicht mehr viel Mühe gemacht und auf einen Funk-tionstest zunächst verzichtet. Sowohl das Netzteil als auch die Klangerzeu-gungsplatine, es handelte sich um ei-nen Standard-Orgel-Chip, habe ich entfernt. Die Anschlüsse der verblei-benden Midi-Platine habe ich überar-beitet, ebenso die äußeren Bedien-elemente, die ich mit einer Alu-Schiene verbaut habe, damit es auch optisch minimalen Ansprüchen genügen konnte.


Pedal nach Überarbeitung

Innere Werte  Fazit  

Nach dieser Grundreinigung konnte ich mir die verbliebenen Komponenten dann näher ansehen. Die Pedal-Me-chanik stammt von dem italienischen Hersteller Fatar und war in einem guten Zustand. Das Midi-Interface konnte ich keinem Hersteller zuordnen, es funktioniert jedoch einwandfrei und bietet einige Einstellmöglichkeiten. Auswahl des Midi-Kanals 1-16, Aus-wahl der Oktavlage +/- 3, Velocity ein/aus.
Die Anwahl der Oktav-Lage erfolgt über einen Fußschalter, dabei handelt es sich um einen normalen Licht-schalter, aber er funktioniert. Die Um-schaltung reagiert etwas hinterhältig, weil damit Oktavlagen einstellbar sind, die von dem empfangenden Midi-Gerät gar nicht mehr verarbeitet werden können und zu Notenhängern führen. Soweit die Technik. In der Praxis funk-tionierte das Pedal an meinem OB-Xa und einem Akai S1000 ansonsten ein-wandfrei.

Was kann man nun mit so einem Pedal anfangen ? Nun, als Midi-Controller kann man damit beliebige Sounds ab-rufen und behält die Hände frei für andere Dinge. Für mich gehört das Pe-dal in die Gruppe der Performance-Hilfsmittel. So habe ich zum Beispiel die Tonlage einer OB-Xa-Sequenz damit gesteuert und mit dem RK100-Remote eine Solo-Linie dazu gespielt. Nach einiger Zeit werden auch die Fehltritte weniger. Dabei zeigte sich, dass die abschaltbare Velocity ihren Grund hat und meine begrenzte Feinmotorik in den Beinen damit ausgeglichen werden konnte.
Es muss nicht immer ein Moog-Taurus sein, wenn man für eini-ge Dutzend Euro auch ein midi-fähiges Pedal bekommen kann. Man muss auch nicht nur Bass-Sounds damit spielen. Aus meiner Sicht für die Live-Perfor-mance eine Bereicherung, jedoch nichts für Studio-Freaks oder Leute, die nur an Knöpfen drehen oder PC-Mäuse schieben.

 

© 2007 BiAge  - alle Rechte vorbehalten - unter Anerkennung der Marken und Warenzeichen der jeweiligen Hersteller