Oberheim OB-Xa   Problem Alterung
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Alterung  

Bei einem elektronischem Instrument von Alterung zu sprechen erscheint im ersten Moment abwegig. Dazu muss man sich aber erneut bewusst mach-en, dass ein Xa heute über 25 Jahre alt ist und Fertigung und Material mit heutigen Standards nicht zu verglei-chen ist.
Übergangswiderstände an Kontakten ändern sich, Komponenten verlieren ihre Werte oder fallen aus. Der Prozess ist in Abhängigkeit von den Rahmen-bedingungen schleichend und muss nicht unbedingt mit konkreten Defek-ten verbunden sein.

Dies ist auch kein spezielles OB-Xa-Problem, sondern betrifft die Zeitge-nossen wie JP8, P5, PPG etc. genau so. Allerdings tritt diese Erscheinung beim Xa überdeutlich auf, weil Un-mengen an Kabelverbindungen und Ein-zelplatinen verwendet werden. Außer-dem darf nicht verschwiegen wer-den, dass z.T. minderwertige Bauteile (IC-Sockel, Steckverbinder) verwendet wurden.
Schwachstellen:
Steckverbindungen
IC-Sockel
Kondensatoren
Trim-Potentiometer


Voicekarte nach Überarbeitung

Empfehlung  

Ergeben sich bei einem serienmäßigen OB-Xa trotz aller Tuning-Bemühungen anhaltende Stabilitätsprobleme der Stimmung oder kommt es fortgesetzt zu temporären Aussetzern von Voice-karten etc. helfen keine punktuellen Maßnahmen, die nur zu Frust führen. Wer das Instrument ernsthaft benut-zen will, kommt an den nachfolgend beschriebenen Arbeiten nicht vorbei.
Testen:
Den kalten Xa einschalten, nach 5 Minuten Auto-Tunen und die VCOs auf Schwebungs-Null stellen. Jetzt 8x die gleiche Taste drücken. Waren alle Töne ohne Schwebungen ?

Wer diese Dinge nicht selbst durch-führen kann (welcher Musiker ist schon zugleich Techniker) sollte sich über Aufwand und Kosten im klaren sein. Ich selbst habe damit zu lange ge-wartet und hätte mir manche Ent-täuschung ersparen können. Insge-samt besteht jedoch eine realistische Chance, den Xa in einen Zustand zu bringen, der (zumindest elektronisch) besser sein dürfte als zum Zeitpunkt des Erstkaufes.


kritische Mod-Section

Steckverbindungen  

Ein Hauptgrund für Tuning-Probleme und plötzliche Ausfälle von Stimmen ist die unübersehbare Anzahl an Steck-Kontakten und Kabeln mit beidseitigem Stecker. Die verwendeten Stiftleisten (Hersteller Molex) haben ein heute un-übliches Rastermaß und sind eigentlich für höhere Spannungen ausgelegt. Die Kontaktflächen sind nicht vergütet und verlieren durch Alterung und Oxydation ihre Leitfähigkeit. Schon ein leichter Druck auf die ein oder andere Kabel-verbindung führt ggf. zu deutlich messbaren Spannungsänderungen. Ei-nen Ersatz für die Stift- und Feder-leisten habe ich bisher nicht ausfindig machen können. Eine bloße Reinigung der Kontakte hilft, wenn überhaupt, nur temporär.
Also bleibt nur die Variante, die frag-lichen Teile zu entfernen. Diese Maß-nahmen erfordern entsprechende Fer-tigkeiten, sind zeitaufwändig und nichts für ungeübte Bastler.

Ferner muss anschließend komplett kalibriert werden. Kabelverbindungen mit beidseitigem Stecker sollten zumin-dest an einer Seite fest verlötet wer-den. Sofern eine steckbare Verbindung erhalten bleiben muss, habe ich gute Erfahrungen mit Steckverbindungen gemacht, die bei Computer-Netzteilen (AT Typ) verwendet werden.
An den Voice-Karten habe ich die Federleisten ausgelötet und die nun freiliegenden Kontakte fest mit den Stiftleisten verlötet. Die Karten können nun zwar nicht mehr einfach abgenom-men werden, aber Reparaturen an der Unterseite sind eher unwahrscheinlich. Bauteile können ggf. auch von oben entfernt und ersetzt werden, die ICs sind gesockelt.

Wer im Zuge weiterer Maßnahmen beabsichtigt, Bauteile auf den Karten zu ersetzten, sollte dies natürlich vorher tun. 


Stiftleisten einer Voicekarte

IC-Sockel  

So bequem es bei Reparaturen auch ist, beim Xa ist es ein zentrales Problem. Fast alle ICs dümpeln in ural-ten low-cost-Fassungen. Da hilft nur ein Austausch. Wer den gewaltigen Aufwand scheut, sollte zumindest prü-fen, ob der rechts abgebildete Typ verwendet wird, da hat der Hersteller wirklich Mist gemacht. Die Bauteile in diesen Sockeln sitzen nicht richtig fest.

Da die IC-Pins an den Schmalseiten gehalten werden, ist die Kontaktfläche zusätzlich noch extrem reduziert. Zu prüfen sind insbesondere die TL 082 und CA3080 auf den Voice-Platinen.
Man sollte ggf. gleich die vergoldeten Präzisions-Sockel nehmen, die Mehr-kosten sind sicher vertretbar.


links der Schrott, rechts der Ersatz

Kondensatoren Trimmer  

Die Alterung insbesondere bei Elektro-lyth und Folien-Kondensatoren ist zwangsläufig und kein spezielles OB-Xa-Problem. Die Bauteile verlieren an Kapazität oder fallen ganz aus. Wei-tere Problemkandidaten sind die trop-fenförmigen Tantal-Kondensatoren. Auch hier ist eine Erneuerung ange-raten. Auch wenn die schiere Zahl an Bauteilen zunächst als nicht zu bewäl-tigen erscheint, die Arbeit geht recht zügig und problemlos von der Hand. Zu belassen sind allerdings die teuren Spezial-Kondensatoren rund um die Filterschaltungen bei den Voice-Karten.

Ich rate dringend an, die kritischen Abgleich-Trimmer mit hochwertigen Cermet-Typen zu ersetzen. Dies be-trifft alle Trimmer auf der Modula-tions-Sektion und zumindest die Init- und V/Oct-Trimmer auf den Voice-Karten. Weitere Kandidaten fallen u.U. beim Tuning auf und sollten dann ebenfalls ersetzt werden.


Cermet-Trimmer

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